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Service-Tipps

Hohes Tempo, hohe Rechnung: So kontrolliert Italien

Italien bleibt auch nach dem Sommer ein beliebtes Ziel für Auto- und Städtetrips. Damit eure Reise nicht in einer Bußgeld-Falle endet, solltet ihr das „Tutor-System“ (offiziell SICVE-PM) kennen. Es überwacht auf vielen Autobahnen nicht nur einen kurzen Moment, sondern eure gesamte Fahrweise.

Ein Blitzer steht am Straßenrand.

Das italienische Tutor-System erfasst das Auto am Anfang und am Ende eines Streckenabschnitts. Foto: Autoren-Union Mobilität/ADAC/Beate Blank

Anders als bei klassischen Blitzern erfasst das Tutor-System das Auto am Anfang und am Ende eines Abschnitts. Kameras scannen das Kennzeichen und messen die genaue Durchfahrtszeit. Daraus errechnet ein Computer die Durchschnittsgeschwindigkeit. Liegt ihr über dem Limit, wird ein Bußgeld fällig. Erst direkt vor der Kamera zu bremsen ist daher sinnlos. Entscheidend ist nicht das Tempo an einem einzelnen Punkt, sondern der Schnitt über die gesamte Strecke. Wer zwischendurch langsamer fährt, senkt zwar rechnerisch den Schnitt, sollte sich darauf aber nicht verlassen. Ihr fahrt am sichersten, wenn ihr das Tempolimit durchgehend einhaltet.  

Wo Tutor lauert und was er kann
Das Tutor-System kommt auf den privat betriebenen Autobahnen zum Einsatz, hauptsächlich auf denen von Autostrade per l’Italia (ASPI). Laut italienischer Polizei ist das System bereits auf fast 2.000 Kilometern Autobahn aktiv. Es kommt vor allem auf den wichtigen Reiserouten zum Einsatz. 

•    A1 zwischen Mailand, Bologna, Florenz, Rom und Neapel
•    A4 zwischen Turin, Mailand und Venedig 
•    Adriaroute A14 
•    A23 in Richtung Österreich

Die Polizei und die Autobahnbetreiber entwickeln die Technik stetig weiter. „Tutor 3.0“ erfasst dabei nicht nur Temposünder. Das System prüft auch, ob Fahrer den Sicherheitsabstand einhalten, korrekt überholen und den Standstreifen nicht unbefugt nutzen. Lkw und Gespanne kontrolliert Tutor besonders intensiv.

Auf den staatlichen Autobahnen und Staatsstraßen des Betreibers ANAS kommt zusätzlich ein weiteres System namens Vergilius zum Einsatz. Es funktioniert ähnlich, misst aber oft zusätzlich zur Durchschnitts- auch die Momentangeschwindigkeit. Für die Auswertung der Daten und die Ausstellung der Bußgelder ist bei beiden Systemen die Straßenpolizei (Polizia Stradale) zuständig.

Nachts wird es besonders teuer
In Italien kostet zu schnelles Fahren nachts zwischen 22 und 7 Uhr ein Drittel mehr. Schon bei zehn km/h zu viel werden regulär mindestens 42 Euro fällig. Wer mehr als 40 km/h zu schnell ist, muss mit vierstelligen Beträgen rechnen. Bezahlt ihr euer Bußgeld innerhalb von fünf Tagen, bekommt ihr unter Umständen 30 Prozent Nachlass. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Beachtet dafür die genauen Regeln und Fristen im Bußgeldbescheid.

Am besten Fahrt ihr, wenn ihr euch durchgehend an das Tempolimit haltet. Plant die Route vorab und nehmt euch genug Zeit. So kommt ihr entspannt ans Ziel.